Nur ein Augenblick

Zwischen zwei Zeilen

Zwischen zwei Welten

Erblüht mein Leben

Nimmt neue Formen an

Versteckt vor dem Treiben

Draußen vor dem Fenster

Treibt es zwischen den Worten

Rettet Prinzessinnen vor bösen Drachen

Und macht all diese Sachen

Die wir draußen nicht mehr machen

Mein Leben gleitet

Mit mir davon

Nimmt mich mit

Nur ein Stück

An diesen märchenhaft anderen Ort

Bleibt nur für einen Augenblick

Drum zögere nicht

Spring auf und schau, wer ich bin.

Hast du schnell genug hingesehen?

©Fiona Lewald, 2015

Mit allen fünf Sinnen

Sehe ich aus dem Fenster

Sehe ich

Immer dasselbe

Alltag

Höre ich in mein Herz

Höre ich

Immer dasselbe

Will hier ausbrechen

Will die Freiheit schmecken

Will Sonnenstrahlen riechen

Immer dasselbe

Ich stehe jetzt auf

Gehe und

Fühle mit beiden Händen das Leben

©Fiona Lewald, 2014

 Ewigkeit

Still sitz du nun am Boden

bewegungslos

und starr

blickst du nach oben.

Wind weht

Zeit rauscht

die Erde dreht sich rundherum

zieht dein Leben mit sich

verschlingt dich

lässt dich niemals fort.

Und die Erde dreht sich weiter

Haltlos

bricht ihr letzter Anker

rennt und bleibt nicht stehen

zeitlos

ziellos

treibst du mit ihr in die Ewigkeit.

©Fiona Wicka, 2014

 Fantasie

 Es ist Fantasie

erfüllt mein Herz

wandert in die Finger

füllt damit tausend weiße Blätter.

Wandelt Worte in Welten

belebt meinen Geist

mit Tinte und Papier.

Fantasie

lässt sich nicht erzwingen

kommt und geht

nach eigenem Ermessen.

Macht mich ganz

schenkt mir den Mut

aufzuschreiben,

was immer in mir entstehen will.

©Fiona Wicka, 2013

Ich bin tot aufgewacht

Unter den Lebenden.

Hab` die Augen nur kurz zugemacht

ein Wimpernschlag

- ein kurzer Schlaf.

Hab` nie darüber nachgedacht,

was kommen mag

nach dem letzten Atemzug,

nach dem letzten hellen Tag.

Und als ich dann starb,  bin ich

am neuen Morgen

tot aufgewacht.

In meinem Bett, in meinem Haus

als ob nichts war.

©Fiona Wicka, 2013

 Wolke Nummer Sieben

Der Weg ist ein Trampelpfad.

Viele darauf gewandelt

auf Kies, auf Sand

Hoch gestiegen auf den Berg

links fließt ein Fluss.

Sie gehen hinauf zu zweit

Als Eins.

 

Oben ist es Leben.

Über den Wolken -Sie sagen über den Siebten.

Aussicht über die Stadt,

das Land

Sie sehen zu zweit in die Zukunft

stellen sich über die Schatten.

 

Herunter gehen sie nicht Hand in Hand.

Einbahntrampelpfad

rufen Parolen von allen Ecken

Und zurück müssten wir wohl springen

Der Wind würde peitschen.

Ich möchte nicht fallen,

Denn die Aussicht ist so schön.

©Fiona Wicka, 2012