"the best writing is rewriting"

Zuallererst will ich wie versprochen von Poznanskis "Saeculum" berichten.

Ein Thriller, der dem Leser verspricht, ihn in die Vergangenheit zu entführen. Definitiv nicht zu viel versprochen! Ein genialer Tripp ins Mittelalter fernab von der Zivilisation. Am liebsten würde man sich ja direkt neben den Protagonisten ans Lagerfeuer setzen, aber dazu bleibt keine Zeit. Schlag auf Schlag verwandelt sich das Märchen in einen Albtraum. Ein Fluch erfüllt sich, die Ereignisse überschlagen sich, und der Leser bleibt atemlos bis zur letzten Seite. Das Ende erscheint dann genauso heftig, wie ein brutaler Schlag ins Gesicht. Eine absolute Überaschung. Nur zu empfehlen! Wenn ihr also noch ein Buch sucht, schlagt zu!

 

Eigentlich möchte ich an dieser Stelle aber etwas ganz anderes: ich möchte mich mit Euch an einen Tisch setzen und ein Bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Interesse?   ;)

Dass ich endlich das Wörtchen Ende unter meinen Debütroman gesetzt habe, habe ich ja bereits erwähnt. Mittlerweile bin ich auch schon zu einem Drittel mit der Überarbeitung fertig. Da gibt es nichts Unfertiges. Der Roman muss perfekt sein, auch ohne professionelles Lektorat. Dem Schmuckstück gehört im Moment mein ganzes Herzblut, und ich bin wirklich unheimlich gespannt, was Ihr dazu sagen werdet.

Eine spannende Handlung, die sich nicht verläuft, aber auch nicht zu geradlinig auf den Schowdown zusteuert. Liebevolle Charaktere, denen im Feinschliff, noch das nötige Profil gegeben wird. Ohne Überarbeitung geht es nicht. "the best writing is rewriting" Dieses Zitat kann ich tausendfach unterschreiben. Schon sehr oft habe ich festgestellt, dass eine Geschichte im ersten Anlauf nur ein Rohdiamant ist. Es fehlen die Ecken und Kanten. Der rote Faden geht irgendwo verloren. Fehler schleichen sich ein. Formulierungen werden unsauber. Alles das passiert beim ersten Schreiben sehr schnell. Die Gedanken hängen an den Bildern, die der Autor vor Augen hat. Manchmal schreibe ich ganze Seiten runter und muss mir danach erstmal durchlesen, was meinen lieben Figuren eigentlich gerade alles zugestoßen ist. Das kann dann auch schonmal recht wirsch sein. In der Überarbeitung werden alle Ungereimtheiten herausgestrichen, bessere Übergänge zwischen den Szenen geschaffen und Gespräche vertieft. Hier und da fliegen auch mal ganze Passagen raus.

 

Klingt nach jeder menge Arbeit? Ist es auch. Macht aber unheimlichen Spaß. Immerhin bleibt die Angst vor dem leeren Blatt Papier aus, denn das Ende ist ja schon längst geschrieben. Man könnte es vielleicht mit dem Ausmalen einer Zeichnung vergleichen. Das Grundgerüst steht und wird liebevoll zu Ende gestaltet. Mit Leben ausgefüllt und mit leuchtenden Farben zum Strahlen gebracht. Genauso fühle ich mich gerade: Wie ein Picasso beim Feintuning.

 

 

Und wie sieht es mit euch aus? An alle Schreiber da draußen: Ist Rewriting Segen oder Fluch? Ist es euer Himmel oder euer Albtraum? Ich bin gespannt auf eure Antworten :)

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