vom lesen und gelesen werden III

Das Lesen habe ich mit ganzem Herzblut wieder für mich entdeckt. Nicht nur, dass es mich aus der Welt entführt, es schenkt mir auch jedesmal ein bisschen Kreativität zurück.

Nach Marzis "Grimm" und Watsons "Ich.Darf.Nicht.Schlafen." habe ich mich in den letzten Tagen wieder einigen tollen Büchern gewidmet. Jedes mit eigenem Charme.

Zunächst ebenfalls von Marzi "Memoria". Wird sicher nicht das letzte Buch gewesen sein, was ich von diesem Autor verschlungen habe. In meinen Augen ein brillianter Schreibstil, auch wenn es da durchaus einige Kritiker gibt. Der Wechsel zwischen detailreichen und verspielten Metaphern und knallharten Kurzsätzen gelingt Marzi einfach immer wieder genau an den richtigen Stellen. In dem Buch geht es um ein Mädchen, das nicht weiß wer sie ist. Sie weiß nur, dass sie bald stirbt. Denn sie ist ein Geist, der sich noch an das Leben klammert. Zum Glück gibt es da einen Jungen, der Geister sehen kann, und der ihr hilft ihren Körper und ihre Geschichte wiederzufinden. Absolut herzzereißend geschrieben. Ein Muss!

Danach habe ich mich voller Freude Nina Blazon gewidmet. Nachdem ich schon in meiner Jugend "Faunblut" verschlungen habe, konnte ich mir jetzt endlich den gut 450Seiten starken Wälzer "Ascheherz" zur Brust nehmen. Jedes Wort ging mir durch Herz und Nieren. Eine wortgewaltige Schrifstellerin, die auch Marzi noch bei Weitem in den Schatten stellt. Auch hier geht es um ein Mädchen, dass ihr Gedächtnis verloren hat. Und auch sie flüchtet vor dem Tod, allerdings in einem doppelten und viel intensiveren Sinn. Sie weiß, dass es einen Mann gibt der sie verfolgt. Und als er plötzlich vor ihr steht, weiß sie, dass sie ihre Identität aufgeben und abermals flüchten muss. Doch was wirklich ihre Geschichte ist, und was das Nordland und der Tod damit zu tun haben, erfährt sie erst nach und nach als ihre Erinnerungen zurückkommen. Der Leser, entdeckt die Wahrheit mit ihr, und hält spätestens nach der Hälfte des Buches immer wieder erstaunt die Luft an. Versprochen! Es ist faszinierend, wie Blazon es schafft, die Welten, die sie erfindet, so plausibel und leichtfüßig darzustellen, dass man ihr mit jedem Satz mehr glaubt, dass es diesen Ort, diese Geschichten und diese Figuren wirklich geben muss. Absolut für Jeden hier zu empfehlen!

 

Im Moment lese ich Poznanski "Saeculum" und bin gespannt, was das Buch bereit hält. Jedes Buch ist eine Reise. Dieses ist eine Reise in die Vergangenheit und zu einem uralten Fluch -Zumindest verspricht das der Klappentext. Ich werde selbstverständlich berichten.

 

Und was das Schreiben angeht, so geht es auch hier voran:

Nebst tausender kunterbunter Ideen, die in meinem Kopf umherschwirren und an der oberfläche kratzen, weil sie auch endlich heraus wollen, habe ich es tatsächlich geschafft unter mein Debütroman das Wörtchen Ende zu setzen. Ein herrliches Gefühl. Ich könnte Purzelbäume schlagen und im Dreieck spingen, wenn ich bloß sportlich genug dafür wäre. Stattdessen begnüge ich mich einfach mal mit einem triumphierenden Lächeln. Jetzt muss aber trotzdem noch eine Runde überarbeitet werden. Immerhin ist das Projekt über eine Zeitspanne von mehr als drei Jahren entstanden und hat sich natürlich mehrfach verändert. Da muss der ein oder andere Patzer sicher noch ausgebessert werden, sonst ist die dunkelhaarige Protagonisten drei Seiten später plötzlich wieder blond. Und auch, wenn man das dann durchaus noch als kreative Metapher bewerten könnte, ich liefere nichts halb fertiges ab, das gehört sich nicht. In diesem Sinne mache ich dann auch mal fleißig weiter, damit ihr nicht mehr all zu lange auf den frischen Lesestoff warten müsst.

Na los gebt es schon zu, ihr seid doch genauso flitzefröhlich gespannt wie ich! :D

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