vom lesen und gelesen werden II

Es ist seltsam. Wenn man einmal anfängt darüber nachzudenken, wie es früher war, dann merkt man ganz plötzlich, wie sehr man diese alten Gewohnheiten eigentlich vermisst. Und manchmal verfällt man wieder zurück in diese Gewohnheiten. Das gibt einem ein gutes Gefühl- Mir zumindest im Moment. Ich genieße es wieder ein Stück von dem Alltag zurück zu haben, den ich immer hatte. Mir mal wieder ein wenig Zeit für das zu nehmen, was ich gerne tue. Nicht zu fassen, dass ich darauf so lange verzichten konnte.

So ist es jetzt nämlich mit dem Lesen. Und mit dem Schreiben eigentlich auch.

Ewig habe ich nicht mehr wirklich viel gelesen. Vor allem auch weil die Zeit fehlte. Letztens dann das Buch von Marzi. Und jetzt habe ich seit Freitag gleich noch ein Buch gelesen.

 

Ich.darf.nicht.schlafen von Watson.

Ein geniales Buch mit einer genialen Idee. Fast schon bedrückend.

Eine Frau leidet an Amnesie. Jeden Morgen nach dem Aufwachen erinnert sie sich an nichts mehr. Sie hat nur ihren Mann, ihren Arzt und ein Tagebuch. Stück für Stück schreibt sie sich in ihrem Tagebuch ihr Leben zusammen. Alles das, was sie über sich erfährt. Um es irgendwie archivieren zu können. Das Gedächtnis arbeitet ja nicht mehr. Und am Ende ist dann alles ganz anders. Im letzten Kapitel stockt einem wirklich der Atem. Irgedwie ahnt man es zwar als Leser schon lange vorher, aber will es nicht wahrhaben. Man wickelt das Leben der Protagonsitin zusammen mit ihr auf. Man weiß genausoviel wie die Protagonistin auch. Das ist das packende. Ein richtig gutes Buch.

Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen.

 

Das viele Lesen tut gut. Es entführt mich. Raus in andere Welten. Hinein in andere Menschen. Für einen Schreiber ist lesen ohnehin mehr als nur Zeitvertreib. Davon bin ich zumindest überzeugt. Lesen generiert Schreiben, sofern man überhaupt schreibt. Ich jedenfalls fühle mich umso motivierter selber weiterzuschreiben, wenn ich ein gutes Buch lese. Ich hoffe, dass meine Leser auch mitgerissen werden. Das ist die größte Motivation. Deswegen kann ich auch nicht mehr im stillen Kämmerlein schreiben, so wie früher.

Ich möchte wissen, was meine Leser denken und fühlen. Ja ich möchte wissen, ob sie gern lesen, was ich zu Papier bringe. Wer möchte denn keine Bestätigung für seine Arbeit haben?

 

In diesem Sinne werde ich dann jetzt mal noch ein Bisschen weiterschreiben. Und lesen.

 

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