vom lesen und gelesen werden.

Nicht zu fassen, dass ich tatsächlich monatelang an diesem Buch gelesen habe. Ich muss wahnsinnig gewesen sein, dass ich es nicht in einem Zug verschlungen habe.

Wenn ich nur daran denke, wie ich früher ganze Wälzer in wenigen Tagen durch hatte.

Damals hatte ich aber auch noch Zeit.

Oder anders formuliert: Damals habe ich mir die Zeit genommen.

Es ist tatsächlich schwierig geworden, sich den Alltag freizuschaufeln. Sei es, um selber einige Worte aufs Papier zu bringen, oder um sich mit einem guten Buch in eine stille Ecke der Wohung zu verkriechen und zu lesen. Manchmal braucht man das aber doch wieder. Den Rückzug in eine andere Welt. Raus aus der spröden Wirklichkeit.

Diesesmal hat mich Christoph Marzi entführt. Grimm. So der Titel. Kurz und Knackig.

 

Es geht um die harte Realität und die große Liebe. Aber viel mehr geht es um die vielen Geheimnisse, die die Welt umgeben. Von denen niemand glaubt, dass sie wahr sind. Das Buch hat mich mitgenommen in die Welt der Mythen und Märchenwesen, wie sie die Realität verschlingen. Hat mir erklärt was die Gebrüder Grimm und Goethe damit zu tun haben. Es hat mir am Ende fast die Tränen in die Augen getrieben. Und mich nach der bitterschönen letzten Seite mit der Frage alleine gelassen, ob es die vielen Märchen wirklich geben kann.

 

Ob wohl alles, was wir Schreiber erfinden wahr sein kann? Ob es alles das vielleicht wirklich gibt und wir Schreiber nur soetwas wie ein Sprachrohr sind?

Eine wirklich interessante Frage. Eine wirklich bemerkenswerte Idee. Der Wahnsinn.

Lesen inspiriert zum Schreiben. So ist es halt. Aber diese Geschichte gibt es nun ja schon. Übrigens eine, die ich nur weiterempfehlen kann.

Ich selber werde mir etwas anderes einfallen lassen müssen. Vielleicht etwas, was dann irgendwann mit ebenso viel Staunen und Herzschmerz von Anderen gelesen werden kann, wie ich gerade noch die letzten Kapitel von Grimm verschlungen habe. Schön wäre es.

 

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